Hasenjagd

Der schnellste Weg von der Baja California in kühlere Gefilde führte zurück in die Staaten, und zwar nach Kalifornien. Hier genossen wir die erste kühle Nacht seit langem am Lake Morena.

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Unsere morgendliche Joggingrunde führte malerisch entlang des Sees, unter Schatten spendenden Bäumen und entlang einer sehr aussichtsreichen Wanderroute.

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Das Allerspannenste für mich dabei war, dass es hier vor Hasen nur so wimmelte! Ich war ganz verrückt nach den kleinen Flitzern und habe Frauchen und Herrchen ganz schön durch die Gegend gezerrt (*schäm*).

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Aber was will ich machen? Ich bin doch auch nur ein Hund und diese ganzen vielen heißen Bunnys…? 😉

Frauchen vermutete (wohl zurecht) dass es aufgrund der Vielzahl von Häschen auch ziemlich viele Klapperschlangen in der Gegend gibt. Aus diesen Grund (und weil in allen Kalifornischen Parks strikter Leinenzwang herrscht), durfte ich nicht von der Leine. Trotzdem war es supertoll, mal wieder so viel Bewegung zu bekommen!

Aber auch für Herrchen gab es hier ein ganz besonderes Schmankerl: Am See entlang führt der berühmte Pacific Crest Trail. Der PCT ist ein 4.279 km langer Wanderweg, der die USA vom Süden (Campo an der Mexikanischen Grenze) bis an die Kanadische Grenze im Norden unter anderem über die Höhenzüge der Sierra Nevada durchläuft. Herrchen bekam bei dem Anblick dieses Schildes sofort wieder dieses gefährliche Leuchten in den Augen und überlegte, wie man daraus ein weiteres Abenteuer planen könnte… Aber im Moment reist er mit Frauchen und mir – da sind Weitwanderungen über mehrere tausend Kilometer einfach nicht drin (wer soll den so viel Futter für mich und die ganze Schoki für Frauchen schleppen?!)! Also haben wir uns darauf geeinigt, dem PCT zwar für ein Stück zu folgen, das aber nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto eher der groben Route folgend. Mal sehen, wo wir den Pfad als nächstes wiedertreffen…

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Und schon wieder Hotsprings!

Irgendwie hatten wir Sehnsucht nach Sonnenuntergängen am Strand. Also lag die nächste Etappe unserer Reise wieder an der Pazifikküste, wo wir – mal wieder von einen traumhaften Stellplatz mit Ausblick aufs Wasser aus – stundenlang am Strand spazieren und zusehen konnten, wie die Sonne im Meer versinkt.

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Außerdem gab es hier direkt in strandnähe einige Tamales-Verkäufer. Von diesen in Maisblättern gedünsteten Leckereien mit den unterschiedlichsten Füllungen haben wir uns alle drei die Bäuche voll geschlagen.

Tamales

Morgens sind wir immer alle zusammen joggen gegangen. Aufgrund der kühleren Temperaturen konnten wir auch ausgedehntere Touren machen, bei denen ich ganz schnell durchs Wasser gerast bin, dass es nur so aufgespritzt ist, Möwen gejagt habe und um Herrchen und Frauchen herum getollt bin.

Einmal sahen wir auf unserer Joggingrunde, wie Dampf in der morgendlichen Kälte vom nassen Strand aufstieg. Natürlich mussten wir das näher untersuchen. Zu Frauchens besonderer Freude stellte sich heraus, dass es sich um natürliche Hotspings handelte. Nur ein wenig Arbeit an der Schaufel war notwendig, und Frauchen konnte die Wärme in ihrem privaten Pool mit Seeblick genießen. Mir war der Duft nach Schwefel nicht ganz geheuer und so habe ich aus sicherer Entfernung mit wachsamen Hundeblick auf unsere Badenixe aufgepasst.

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Aber ganz ehrlich: Langsam werde ich strandmüde. Nach Wochen immer (fast) der gleichen Szenerie (und ständig dem vielen Sand und Salz in meinem Fell) sehne ich mich ein bißchen danach, mal wieder etwas anderes zu sehen. Mal schauen, ob es Herrchen und Frauchen auch so geht und wo es als nächstes hingeht.

 

 

Erobert!

Der Plan für die nächsten Tage war zunächst ganz einfach: auf zu einer neuen Runde an unserem Lieblingsstrand. Herrchen in die Hängematte, Frauchen aufs Wasser und ich mit meinen Freunden toben am Strand. Doch diesmal ging der Plan nicht ganz auf… Der Wind blieb aus. Damit war nicht nur Frauchens Laune getrübt, die Temperatur stieg für mich auch ins Unerträgliche. Und so ergriffen wir nach einem Tag vergeblichen Wartens und immer weiter steigenden Temperaturen die Flucht auf die deutliche kühlere Pazifikseite der Halbinsel.

Aber nicht bevor Herrchen auch eine Sommerfrisur verpasst bekam. Er sah nämlich inzwischen schlimmer aus als ich früher (sagt Frauchen). Und so stand vor unserer Abfahrt noch ein Besuch bei der Fellpflegerin an (erst hatte ich Angst, dass ich schon wieder dran wäre, aber zum Glück bin ich verschont geblieben).

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Nach nur drei Stunden Fahrt stiegen dann wir bei gefühlten 20 Grad weniger aus dem Auto. Und wieder wartete ein endloser Traumstrand nur darauf, von uns dreien erobert zu werden.

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Am Strand von Punto Abreojos

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Am nächsten Tag wurde es sogar noch kühler. Mir war so kalt, dass ich nach einem kurzen Spaziergang zurück ins Auto wollte.

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Guerro Negro

Also beschlossen wir, es nocheinmal mit der wärmeren Seite zu versuchen und machten uns auf zur Bahia de Los Angeles, gelegen an der Sea of Cortez, deren vielsprechender Name unsere Neugier geweckt hatte. Die Reise dorthin war wieder ziemlich eintönig. Wüste und Kakteen soweit das Auge reichte.

 

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Aber an unserem Ziel angekommen wurden wir mit einer unglaublichen Artenvielfalt von Meeres- wie Luftraumbewohnern überrascht. Von unserer Papala, die auf einer kleinen Anhöhe direkt am Strand lag, hatten wir einen wahnsinnigen Ausblick auf die Geschehnisse auf dem Wasser. Seht selbst, was wir alles Spannendes entdeckt haben:

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Eine der giftigsten Wasserschlangen der Welt
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Spielende Delphine

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Herrchen wollte sich das ganz aus der Nähe anschauen und hat sich ein Kanu geschnappt um mit den Delphinen zu paddeln.

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Und während seine Hängematte da so einsam und verlassen vor sich im lauen Wind baumelte, sah ich meine Chance gekommen:

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Ist das chillig sag ich euch! Jeder Hund sollte seine eigene Hängematte haben!

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Extrem-Beaching

Da es an den wunderschönen Stränden kaum Infastruktur gibt (also kaum Bäume, an denen ich mein Beinchen haben kann, kein frisches Wasser und kein Nachschub an Hundefutter) sind wir nach ein paar Strandtagen zurück ins nahegelegene Dörfchen Mulegé gefahren. In der grünen Oase hier lässt sich gut auftanken – bevor wir uns wieder in das Strandleben stürzen.

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Hier habe ich auch Carlos kennengelernt, einen echten Mexikaner, mit dem es sich prima toben lässt! Frauchen hat erlaubt, dass er uns für ein paar Tage begleitet, so dass ich immer einen Spielkameraden habe.

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Beim zweiten Mal an unserem Lieblingstrand war es sogar noch besser: nicht nur, dass Frauchen jeden Tag Mega-Wind hatte…

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… es waren auch zwei andere Camper mit 6 weiteren Hunden da. Wir 8 Hunde haben getobt bis zum Umfallen!!!

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Und ja (auch wenn das jemand der mich gut kennt kaum glauben mag) ich war tatsächlich freiwillig schwimmen!

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Am Ende des Tages war ich so fertig, dass ich versucht habe, die Hängematte zu erobern – und dabei eingeschlafen bin, obwohl Herrchen auch noch drin lag…

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Nach ein paar Tagen machten wir uns auf den Weg zurück in die Oase von Mulegé, aber nicht ohne unterwegs noch andere Traum-Strände auszuprobieren.

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Zurück in Mulegé haben wir ausnahmsweise mal ein wenig Kulturprogramm eingeschoben und haben erst die Misíon de Santa Rosalía besichtigt, die seit 1706 über den Hügeln des Dörfchen thront und sind später durch die kleinen Gassen gebummelt.

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Nun genieße ich gerade wieder den Schatten unter meinem Lieblings-Mangobaum, während Herrchen und Frauchen die Weiterreise planen.

Ist es windig, freut sich das Frauchen!

Und am nächsten Tag kam dann endlich auch Wind. Naja, eigentlich folgte Frauchen einem Hinweis aus der iOverlander App, in der sich einige Reisende über zuviel Wind zum Campen an einem besonders schönen Strand „beschwerten“. Erst dachte ich nur „Super! – Dann ist mir wenigstens nicht mehr so warm!“. Erst später, als Frauchen ganz aufgeregt auf und ab hüpfte und immer mehr Sachen aus dem Camper holte und dabei murmelte „9er oder 12er?“ ging mir auf, dass sie wohl wieder mit ihren Drachen spielen möchte….

DSC_1075Inzwischen bin ich ja schon Kiteprofihund und weiß, dass ich vor den riesigen flatternden Dingern keine Angst zu haben brauche, mich denen so lange sie am Boden liegen aber auch nicht nähern sollte um Ärger zu vermeiden und ich Frauchen nicht zu retten brauche, wenn sie auf dem Wasser ist.

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Nichtsdestotrotz (und weil es ja auch schön aussieht), haben Herrchen und ich Frauchen gaaaaanz genau beobachtet, während sie es fast den ganzen Tag auf dem Wasser krachen ließ…

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Durch den vielen Wind war es tatsächlich angenehm kühl (Herrchen musste sich sogar mehr Fell anlegen- und ich meine nicht nur die langen Haare 😉 ).

DSC_1155Und auch die Möven hatten eine tolle Choreografie für uns einstudiert, als wir meine abendliche Gassirunde drehten.

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Eine Oase zum Aufatmen

Zurück auf dem mexikanischen Highway ging es immer weiter Richtung Süden neuen Abenteuern entgegen. Die Strecke führte uns zunächst noch entlang der rauhen Pazifikküste, wo wir unverhofft auf Seehunde gestoßen sind. Auch wenn ich mit kanadischen und amerikanischen Fellnasen noch nie Verständigungsprobleme hatte und mit den mexikanischen auch ganz gut zurecht komme, verstehe ich dieses Geheule von den Seehunden überhaupt nicht! Warum heißen die überhaupt Hunde, wenn die doch gar nicht bellen können?

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Später überquerten wir die zweitgrößte Halbinsel der Welt von West nach Ost, stundenlang sind wir nur durch Wüste mit unzähligen Kakteen, Felsen und Ziegen gefahren. Meine Pipipausen waren entsprechend kurz und heiß. Ich hätte fast schon Schuhe angezogen…

DSC_0658 DSC_0661 DSC_0688Wie war ich froh, als wir am Nachmittag endlich diese wunderschöne Oase erreichten, wo ich im Schatten liegen und Frauchen beim Schwimmen beobachten konnte.

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Am nächsten Tag legten wir die letzten Kilometer bis zur Westküste zurück und suchten uns einen Bilderbuchstrand. Mir war so heiß, dass ich mich unters Auto verzogen habe, von wo ich aber auch eine tolle Aussicht auf das türkisblaue Wasser hatte. Herrchen in seiner Hängematte hatte den besten Platz. Ob ich wohl auch bald eine eigene Hängematte bekomme?

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Auch wenn das Salzwasser mein Kuschelfell ganz schön stumpft macht, konnte ich dem kühlen Nass nicht widerstehen und ich bin zur Verwunderung von Frauchen sogar schwimmen gegangen! Anschließend habe ich mich genüsslich im Sand gewälzt um mich abzutrocknen. Von Herrchen habe ich aus seiner Hängematte nur den Kommentar „panierter Hund“ gehört…

Übernachtet haben wir hier direkt am Strand und am nächsten Morgen wurden wir von einem tollen Sonnenaufgang über dem Meer durch unser Panoramafenster sanft geweckt. Anschließend ging es noch vor dem Frühstück direkt zum Familien-Joggen. Da Herrchen gut auf mich aufpasst, und ich die Zunge extra weit rausstrecke, hält sich der Streckenumfang zur Zeit (zum Leid fürs Herrchen und zur Freude fürs Frauchen) stark in Grenzen. 😉

 

 

Offroad-Abenteuer

Nachdem wir Frauchens Bedenken bezüglich unserer vereinfachten Einreise ausräumen konnten (auf der Halbinsel Baja California benötigt man tatsächlich keine Touristenkarte), aber nun sicherheitshalber doch offiziell mit Stempel und allem anderen Papierkram eingereist sind, haben wir unsere Reise Richtung Süden auf der Baja California gestartet.

Unsere Reise führte uns durch kleine Dörfer, große Städte, wilde Landschaften, große Anbauflächen und weite Wüsten. Unterwegs gab es immer wieder Stopps für einen kleinen Fisch-Taco oder eine andere Leckerei an einem der kleinen Stände am Straßenrand.

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Frauchen zuliebe folgten wir einem Tipp von KiteWorldWide zu DEM Kitespot an der Baja California – Punta San Carlos.

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60 Kilometer vor dem Ziel bog der Weg auf einen unasphaltierten Weg ein… wir wunderten uns schon ein wenig… Von Kilometer zu Kilometer wurde die Landschaft spannender und die Straße herausfordernder.

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Nach 4 Stunden Offroad-Abenteuer kamen wir endlich am Punta San Carlos an. Etwas enttäuscht war ich, als ich merkte, dass es hier gar keine Bäume oder Palmen gab, an denen ich mein Beinchen heben könnte… Nur Felsen, Wüste, Meer und das provisorische Camp von Solo Sports. Frauchen war auch nicht ganz so happy, da leider auch der Wind fehlte, den sie zum Kiten gebraucht hätte. Naja, aufgrund der langen Anreise beschlossen wir wenigstens eine Nacht zu bleiben und für den nächsten Tag auf den Wind für Frauchens gute Laune zu hoffen.

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Unser Stellplatz war spektakulär auf einer Klippe gelegen. Das beruhigende Rauschen des Meeres war rund um die Uhr zu hören und so wie wir standen, hatten Herrchen und Frauchen nicht nur ein Infinity-Bett, sondern ich auch von meinem Körbchen Ausblick auf das Meer!

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Mitten in der Nacht wachten wir von einem seltsamen Geräusch auf – es hörte sich an, als wenn Regentropfen auf unseren Camper tropfen würden… mitten in der Wüste?! Als wir nachschauten bestätigte sich der Verdacht: es regnete in Strömen… Als wir am nächsten Morgen die Pfützen und Schlammbecken sahen war klar, dass wir hier erst einmal festsaßen…

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Allmählich fanden wir aber Gefallen an der Schönheit der Wüste, die durch den Regen blühend zum Leben erwachte und unternahmen lange Spaziergänge entlang der Küste und den umliegenden Hügeln.

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Auf Frauchens Wind warteten wir allerdings vergeblich. Dafür hatten wir viel Zeit zum Kuscheln, Spielen und Futtern.

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Herrchen und Frauchen lasen viel und planten die Weiterreise. Einmal luden uns unsere neuen Nachbarn (Ute und Bernd aus Hamburg) zur gemeinsamen Yoga-Runde ein. Ich war ganz fleißig dabei, hab‘ es aber gar nicht verstanden, warum Herrchen mich für meine Dehnübungen nicht mit auf seine Yoga-Matte lassen wollte…

Nach 5 Tagen gaaanz viel Entspannung machten wir uns auf den Weg zurück in die Zivilisation…

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Auf geht’s nach Mexico!

Endlich sind wir wiedervereint! Und ihr dürft euch auf weitere spannende Reiseberichte freuen….

Inzwischen bin ich schon ein richtiger Jetsetter-Hund. Ganz cool und relaxed steige ich in meine Flugbox (Frauchen meint immer, ich hätte viel mehr Platz als sie…) und warte geduldig darauf, von ihr wie raus geholt zu werden… und dann wieder eine neue Welt zu erleben (ist ein bißchen wie beamen, finde ich 😉 ). Diesmal hat mich strahlender Sonnenschein, 30 Grad und…. Ich konnte es kaum glauben, PAPAAA!!! erwartet als meine Flugboxtür wieder aufging. Ich hab mich so sehr gefreut!!!

Am Tag nach unserer Ankunft in Las Vegas haben sich Herrchen und Frauchen der Aufrüstung unseres Campers gewidmet. Autark und tropentauglich sollte der werden. Wir produzieren jetzt unseren eigenen Strom, haben Unmengen an Wasser geladen und vor allem: meine Flug-Beam-Box ist jetzt fest-fest-fest. 😉

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Um der Hitze der Stadt zu entkommen, haben wir die Nacht am Stausee des Hoover-Damms, dem Lake Mead verbracht. Der Süßwassersee lud zum Baden ein, die umgebende Wüstenlandschaft war surreal schön und ganz besonders spannend fand ich, dass die Wüste tatsächlich lebt! Überall waren Wüstenhasen (mit besonders langen Ohren *hihiii*, das sieht so albern aus), zu beobachten. Außerdem Eidechsen und viele Vögel. Frauchen war ganz aus dem Häuschen, als sie beim Frühstück einen Kolibri entdeckte…

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Die nächsten Tage waren fahrtechnisch echt herausfordernd für Hund, Mensch und Truck. Vor uns lagen hunderte Kilometer Wüste. Ziemlich langweilig für Hund beim Zuschauen, außerdem fielen meine Pipirunden tagsüber immer sehr kurz aus, um mir Verbrennungen an den Pfoten zu ersparen… Ein kurzes Stück unserer Reise führte auch über die berühmte Route 66.

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Es wurde heißer und heißer… auch unser Truck meldete einmal, dass es ihm nun zu heiß wird als es zusätzlich noch bergauf ging. Da dachte sich Klugscheißer-Frauchen beim Blick auf die Karte, dass es vielleicht besser wäre, von der geplanten Route abzuweichen und an einem auf der Karte eingezeichneten See zu übernachten. Lake Salton… an was denkt ihr bei dem Namen? Genau, die riesige Pfütze als abgeschnittener Rest des Golfes von Californien ohne natürliche Abflüsse hat einen 50% höheren Salzgehalt als das Meer. Außerdem lag der See noch immer mitten in der Wüste, doch nun 238 Fuß unter dem Meeresspiegel, was die Temperatur wie im Death Valley noch einmal nach oben trieb. Nach einer sehr heißen Nacht starteten wir sehr früh in Richtung der umliegenden Berge.DSC_0315

Der Guyamaca Rancho State Park auf ca. 1.200 Metern Höhe wartete mit etwas kühlerer Luft, schattigen Plätzen und herumschwirrenden Riesen-Schmetterlingen auf uns. Hier zwischen duftendem wilden Flieder und Pinien konnten wir ersteinmal chillen und uns von den Strapazen der Wüste erholen.

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Aber Frauchen wollte es am Abend unbedingt noch einmal wissen und schleifte Herrchen und mich auf den zweithöchsten Berg der Umgebung. Erst hatte ich überhaupt keine Lust, aber als ich dann entdeckte, dass es da Riesen-Eichhörnchen gab, war ich fasziniert! (Die waren bestimmt deswegen so groß, weil auch die Tannenzapfen so riesig waren…).

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Nach einer erholsamen Nacht und einem Deluxe-Pfannkuchenfrühstück (ja, ich hab auch ein Stück abbekommen) starteten wir die Mission Grenzübertritt nach Mexico.

Nach all dem, was Frauchen über die Grenzüberschreitung gelesen hatte (Kosten Dauer, Umständlichkeit…) beschlossen wir, es an einem kleineren Grenzübergang zu versuchen, um zumindest die Wartezeit zu reduzieren. Wir fühlten uns eigentlich gut gewappnet mit unseren Papieren und meinem Gesundheitszeugnis, waren aber trotzdem etwas nervös…

Tecante, der Grenzort kam, wir fuhren an die Grenze ran und wurden rausgewunken. Der Grenzbeamte warf einen kurzen Blick in unseren Camper, fragte, wozu den Frauchens Kiteboard gut sei – und winkte uns durch!!!

Wieder auf der Straße erwarteten wir zuerst, dass die eigentliche Einreise noch folgen wird, aber da kam nix. Kurz kam Freude auf, dass wir das so schnell und unproblematisch gemeistert hatten, bis Frauchen die Bedenken auspackte, wir hätten doch gar keinen Einreisestempel, keine Touristenkarte, kein Visum… Frauchen sieht uns aufgrund unserer „schnellen“ Einreise schon in einem mexikanischen Gefängnis schmoren… Abwarten und Teetrinken – morgen hören wir uns mal um, ob das alles seine Richtigkeit hat.

Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz nach mexikanischem Standard… nein, Details ersparen wir euch hier lieber, aber wo sonst kann man alleine in ersten Reihe am Strand übernachten?!

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Rim2Rim2Rim

Nachdem Herrchen noch öfters vom Rim zum Fluss gelaufen ist, hat er gestern das Projekt Rim2Rim2Rim realisiert, was gleichzeitig Höhepunkt und Abschluss seines Aufenthaltes am Grand Canyon bedeutet. Unterwegs konnte er nochmals atemberaubende Eindrücke von einer einzigartigen Landschaft sammeln. Schade, dass ich nicht in den Canyon darf. Vielleicht kann ich mich beim nächsten Mal einfach als Muli verkleiden… 🙂

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Ursprünglich war es aus Sicherheitsgründen geplant, dass Herrchen dieses Wahnsinns-Projekt mit einem Trail-Kollegen angeht. Als dieser jedoch kurzfristig Absagen musste, ist Herrchen alleine losgezogen.

 

Start war am South Kaibab Trail
Start war am South Kaibab Trail
Auf der anderen Seite des Colorados ging es an einem kleinem Bach entlang
Auf der anderen Seite des Colorados ging es an einem kleinem Bach entlang
Quelle des Bachs, direkt aus dem Fells
Quelle des Bachs, direkt aus dem Fells
Teile des Trails waren durchaus anspruchsvoll
Teile des Trails waren durchaus anspruchsvoll
Blick vom North Rim
Blick vom North Rim
Halber Weg geschafft
Halber Weg geschafft

Da die Nordseite nochmals höher liegt, lag sogar noch Schnee.

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Fast wieder an der Südseite angekommen, sind Herrchen auf einmal zwei Taschenlampen entgegengekommen. Herrchen hat nicht schlecht gestaunt, als sein Trail-Kollege und sein Campingplatz Nachbar Ihm ohne zeitlich Abstimmung kurz vor dem Ziel auf den letzten Höhenmeter mitten in der Nacht begleitet haben.

Am Ziel
Am Ziel
Unterstützung auf den letzten Höhenmeter
Unterstützung auf den letzten Höhenmeter

Am Ende der Strapazen wartete auf Herrchen eine unerwartet schöne Überraschung! Seine Trainingspartner der letzten Wochen begleiteten ihn wie einen Helden auf den letzten Metern des Trails.

Als Zielgeschenk konnte sich Herrchen zwischen Wein, eine Zigarre oder Kaffee entscheiden 🙂

Natürlich hat sich Herrchen für den frisch gekochten Kaffee entschieden.
Natürlich hat sich Herrchen für den frisch gekochten Kaffee entschieden.